Samstag, 5. September 2009

Adirondack National Park

Back to Nature am Labor Day Weekend


Freitag:
Endlich hatten auch wir hier in Amerika mal wieder einen Feiertag und damit ein verlängertes Wochenende. Diesen extra Tag durfte ich natürlich nicht einfach so verstreichen lassen, sondern nutze ihn, um mit vier weiteren SPGlern (nein, dieses Mal keine Interns :D) drei grandiose Tage in aller Abgeschiedenheit zu verbringen.
Ziel war der Adirondack National Park in NewYork State, ca. sechs bis sieben Stunden von Malvern entfernt, genauer gesagt eine Hütte, direkt am Lake Abanakee.

In meiner Vorstellung hatte ich ehrlich gesagt wirklich so ne kleine Holzhütte mit einem großen Wohn-Ess-Küchenzimmer, sowie 3 Schlafzimmer und ein Bad auf vielleicht 50qm erwartet. Doch wurde ich extrem angenehm überrascht, als ich bei Einbruch der Dunkelheit endlich ankam und mich eine extrem geniale Lodge erwartet: 4 Schlafzimmer, 2 Bäder, eine rießige Küche mit Wohn-Ess-Bereich, Fernseher, Feuerstelle, usw. - kurz gesagt: auch in der Wildniss ist ein bisschen Luxus nicht zu verachten.
Abgeschieden war sie aber auf jeden Fall - kein Internet, kein Fernsehempfang, kein Handynetz. Der ideale Ort, um zu entspannen also.

Und das taten wir!!! Als ich Freitag Abend ankam, gabs erstmal lecker BBQ mit besonders rauchig schmeckendem Hühnchen (nur so als Anmerkung: Grillen auf einem Boot ist leicht dämlich! :P), Salate, Maiskolben und dank mir auch endlich gutes Bier.
So saßen wir erstmal zusammen und fuhren danach eine kleine Runde mit dem Hauseigenen Ruderboot über den See. Zurück war dann auch die Schokolade über den Erdbeer-Ananas-Spießen geschmolzen und wir konnten uns das Desert schmecken lassen.

Bei gemütlichem Zusammensitzen liesen wir den Abend dann noch im Haus ausklingen und gingen gegen 2 Uhr zu Bett. Schließlich wollten wir ja fitt für die anstehende Wanderung am Samstag sein.

Samstag:
Da als ich aufwachte alle anderen noch schliefen, sprang ich kurz unter die Dusche, zog mich an und machte eine kleine Geocaching-Runde. Leider wollte sich mir die Dose nicht zeigen, aber dafür konnte ich ein paar coole Aufnahmen vom See im Nebel machen.
Wieder zurück im Haus konnte ich die andern erstmal beruhigen, dass ich nicht geklaut wurde und so genossen wir dann unser üppiges Frühstück.
Die Stärkung war auch bitter nötig, da wir eine Wanderung geplant hatten, die es in sich haben sollte: Die Besteigung des Snowy Mountains ... uuuuuuuuuh!!!
Ja, es war eine Wanderung voller Gefahren, böser Monster und reißender Bäche. Deswegen mussten wir uns auch am Fuße des Berges in einer Logbuch eintragen. So würden dann zumindest die Wanderer am nächsten Tag wissen, dass wir verschollen sind, falls wir uns nicht zurückmelden.
Na gut, ganz so krass wars dann auch wieder nicht, aber gerade die letzten eineinhalb Kilometer hatten es echt in sich. Entweder lag es an meiner nicht mehr ganz so fitten Kondition, an unserem sehr zügigem Tempo oder wirklich am Berg selbst, aber
ich war selten so fertig nach einer Bergtour wie an diesem Tag. Zwar hatte ich durchaus schon steilere Stellen auf anderen Wanderungen, aber noch nie eine so lange.

Entsprechend durchgeschwitzt kamen wir dann auch am Gipfel an und ... wurden sofort belohnt. Die Aussicht war sagenhaft und dank des wolkenlosen, strahlend blauen Himmels konnten wir meilenweit sehen. Da merkte ich wieder einmal, was ich bei Städtetouren immer so vermisst habe.
Mit einem Gefühl der Glückseeligkeit genossen wir unsere Mittags-Bagels, bestiegen noch einen alten Feuerturm für einen Rundumblick und ich holte mir - während die anderen sich weiter ausruten - noch den dritten GeoCache, der auf dieser Wanderung versteckt war und wurde nochmal belohnt: mit einer tollen GeoCoin.

Der Abstieg ging dann überraschend flott. Gut, mag evtl. daran gelegen haben, dass ich ca. 70% der Strecke gejoggt bin. Jaaaaaa, total dämlich, ich weiß. Aber es war lustig, zumindest in dem Moment. Weniger lustig war dann der Muskelkater in meinen Oberschenkeln, den ich noch Tage später gut gespürt habe. :P
Wenig überraschend waren wir an diesem Abend dann auch etwas früher im Bett, als am Tag davor und aufgewacht bin ich auch etwas später.

Sonntag:
Programmpunkt heute war - nachdem wir nach wie vor fast schon unverschämt gutes Wetter hatten - eine Kajaktour. Nach kurzer Nachfrage bei der lokalen Bevölkerung wurden wir zum Blue Mountain Lake geschickt an dem es eine Mietstation geben sollte.

In dem kleinen Dörfchen angekommen erwartete uns allerdings erstmal ein Rustikalmarkt, also irgendwelches Holzzeug, ausgestopfte Tiere oder einfach nur Holz. Natürlich schlenderten wir einmal durch die verschiedenen Verkaufsstellen, aber da wir alle nicht so extrem interessiert waren uns jetzt z.B. ein Eichhörnchen mit Cowboyhut und Pistolen zu kaufen - obwohls schon recht knuffig aussah - gingen wir kurze Zeit später zur Mietstation weiter.

Ausgestattet mit drei Kajaks (zwei Zweisitzer und ein Einsitzer) padellten wir los was das Zeug hielt. Dabei merkten wir schnell, dass diese Doppelpaddel die Schultermuskulatur ziemlich fordern und so ein See mangels Strömung extrem blöd zum einfach so dahin treiben ist. Sprich: Kein Padeln - kein Vorwärtskommen.
Hätten wir jetzt mit den Füßen irgendwas machen müssen wären wir auf Grund der gestriegen Anstrengungen wahrscheinlich nicht weit gekommen. Unsere Arm waren aber noch unbelastet und so näherten wir uns irgendwann einer der vielen Inseln, die in dem eher länglichen See zu finden waren.

Eigentlich war es eher ein großer Felsen mit ca. 30 mal 18 Metern, der so 4 Meter aus dem Wasser herausragte. Diese ideale Absprungkante nutzen wir Jungs dann auch für mehrer Sprünge in den immer noch sehr warmen See.
Ansonsten lagen wir einfach noch etwas auf der faulen Haut, ließen uns die Sonne auf den Pelz scheinen und bemerkten wieder einmal was für ein Glück wir hatten hier sein zu können.

Nicht ganz so fertig wie am Samstag kamen wir am Nachmittag dann wieder zurück zu unserer Traumhütte und genehmigten uns erstmal eine DVD bevor es eine leckere Kartoffel-Garnelen-Creme-Suppe gab.

Bei Spiel, Spaß und Musik ging dann irgendwann auch dieser Abend zu Ende und damit fast schon wieder der Urlaub und das wo wir alle noch viel länger hätten bleiben wollen!!!

Montag:
Aber alles Jammern half da nichts und schließlich gab es auch kaum Grund dazu, denn erholsamer, lustiger, enstpannender und abwechslungsreicher hätten zwei, drei Tage woanders kaum sein können. Und schließlich soll man ja auch aufhören, wenns grad am Besten ist! ;)

Dank einigermaßen gutem Straßenverkehrs schaffte ich es auch wieder in sechseinhalb Stunden zurück nach Malvern, wo ich super gerne den Abend mit ein paar Leuten verbracht hätte, da es so alleine doch etwas einsam war. Leider waren aber alle ausgeflogen zum Dolphin-Watching.
Gabs halt doch wieder nur mich, meinen kleinen Fernseher und ein paar DVDs und die Gewissheit: Die nächsten coolen Trips werden sicher nicht lange auf sich warten lassen!!!


Mehr Bilder gibts wie immer in der Gallerie!

Donnerstag, 3. September 2009

Umziehen leicht gemacht

Auf amerikanischen Highways sieht man ja so einiges. Das meiste davon verwundert, bzw. überrascht mich zumindest nicht mehr. So fallen mir die Autoreifenteile, die hier ständig am Rand herum liegen, kaum noch auf. Auch versuche ich ruhig zu bleiben, wenn ich sehe, dass hier das Prinzip des "Reisverschlusssystems" völlig unbekannt zu sein scheint.

Es gibt allerdings auch ein paar Dinge, die mich doch kurz innehalten lassen. So bin ich neulich nichts ahnend die Auffahrt zum Highway heraufgefahren und dachte schon, dass ich mich verfahren hätte - was hier im Übrigen nicht weiter schwer ist, da manche Auffahrten eher einer Häusereinfahrt gleichen: klein und kaum beschildert. An Stelle von Autos hatte ich nämlich ein Haus vor mir ...

Nach einer kurzen Schrecksekunde griff ich aber dann sofort zu meiner immer parat liegenden Kamera und hielt diese Situation gleich mal für euch fest! So schaut es also aus, wenn man keinen Bock mehr hat, an Ort XY rumzusitzen. Da packt man einfach sein Haus ein und fährt woanders hin ... praktisch! ;)

Dienstag, 1. September 2009

Der mit den Puppen redet

Jeff Dunham - Spark of Insanity


Wo soll ich nur anfangen zu erzählen? Das fällt mir dieses Mal echt schwer, weil der Typ einfach so genial ist, dass irgendwie alles berichtenswert wäre und mir allein bei dem Gedanken an seine Show tausend lustige Momente in meinem Gehirn aufploppen. Das erschwert es mir dann doch alles in eine einigermaßen strukturiert Form zu bringen.

Ich beginne jetzt einfach mal damit, wie ich überhaupt von Jeff Dunham erfahren habe. Es war glaube ich 2007, da stieß ich im Internet auf ein Video über einen Bauchredner der einen Charakter nahmens Achmed - The Dead Terrorist präsentierte. Dank diesem Showausschnitt war auch der Satz "Silence, I kill you!" recht verbreitet.
Damals war es eher eines von vielen lustiges Videos, das zwar echt unterhaltsam war, ich aber nicht weiter viel Beachtung schenkte ... bis mir ein Freund ein paar Tage später einen Link zur kompletten Show dieses Comedians weiterleitete.



Seitdem habe ich diese Show mindestens zehn Mal gesehen und jedes Mal, wenn ich jemandem zeige was ich da so toll finde, kann ich nicht aufhören und kucke sie mir wieder komplett an. Nicht nur der Stand-Up-Comedian-Part am Anfang, sondern ins Besondere die Puppen mit ihren unterschiedlichen Charakteren haben es mir angetan. Neben Achmed gibt es da z.B. noch Walter, einen alten, griesgrämigen Vietnam Veteran; Peanut, eine leicht verrückte lila Erdnuss; José Jalapeño, eine mexikanische Chillischote auf einem Stab und noch ein paar andere.

Jeff Dunham hat die Bauchrednerei wirklich perfektioniert und schon bevor ich nach Amerika zurück kam, war mir klar, dass ich ihn auf jeden Fall live sehen muss. Gestern war es dann endlich soweit, nachdem ich die Tickets schon vor Monaten bestellt hatte und es kaum noch erwarten konnte.
Angenehmerweise trat er nur eine Stunde entfernt von Malvern in Allentown, PA auf und zwar auf dem Allentown Fairground, quasi eine Mischung aus Jahrmarkt und Messegelände. Die landwirtschaftliche Ausstellung mit Monsterkürbisen oder Schweinerennen interessierte uns dabei allerdings weniger. Außerdem hatten wir nicht extrem viel Zeit und da ging dann der Hunger vor.

Gut gerüstet mit einer Käse-Pizza gings dann also zur Open-Air-Bühne, wo die Show nur wenige Minuten später startete. Als Einstieg kam der "Guitar Guy", der mit Jeff gemeinsam auf Tour ist und auch während der Show immer mal wieder dazu kam.

Nach kurzem Intro war es dann endlich soweit und das Publikum flippte auch entsprechend aus als Jeff die Bühne betrat.
Die Witze zu wiederholen würde hier definitiv keinen Sinn machen, vieles war außerdem sehr situativ und hier empfehle ich mal für ne Weile auf YouTube zu stöbern. Dort finden sich reichhaltige Dokumente seiner Unterhaltungskunst.

Besonders genial und beeindruckend war wirklich die Art und Weise wir er mit seinen Puppen gesprochen hat. Würde er kein Gegenüber vor sich haben, so würde ich sofort unterschreiben, dass er schizophren sein müsste.
Da gab es z.B. Momente wo Jeff so lachen musste, dass er nichts mehr sagen konnte, die Puppe aber total ernst blieb und sich auch noch über ihn lustig gemacht hat ... was aber natürlich er als Bauchredner selber war ... verrückt. Auch die Geschwindigkeit der Dialoge - also der Wechsel zwischen Jeff und der Puppe - war erstaunlich. Und die Komik im Allgemeinen sowieso. Mir hat irgendwann wirklich der Bauch weh getan vor lauter lachen.



Der Kerl ist einfach ein Genie und ich kann nur jedem empfehlen sich ein paar Clips von ihm und den kleinen Kerlchen reinzuziehen. Ich jedenfalls bin extrem froh, diese Chance wahrgenommen zu haben. Es hat sich definitiv gelohnt und ich wäre jederzeit wieder dabei. Evtl. schaffe ichs ja, wenn er wieder Europa-Tour macht.

Gott, was hab ich gelacht!!! :-D


P.S.: Dafür hasse ich Amazon: ein paar Klicks und schon ist man stolzer besitzer dreier BlueRay Scheiben mit den Shows von Jeff Dunham und gleichzeitig $50 ärmer ... ich konnte einfach nicht widerstehen. Naja, meine ersten selbstgekaufen BlueRays - ein würdiger Start!

Freitag, 28. August 2009

I WANT YOU ...

... to have fun!


Ein trauriger Anlass, eine fröhliche und ausgelassene Feier. So mal vorneweg die Zusammenfassung der letzten Farewell-Party wo gleich sechs unserer heiß geliebten Praktikantinnen verabschiedet wurden.
Die eher Bilder-Interessierten dürfen sich nun also gleich auf die Gallerie stürzen, den Rest lade ich ein auch noch die restlichen Zeilen zu lesen.
Das Motto dieser Party lautete "Stars & Stripes", wobei mir - mal vorneweg genommen - von meinen amerikanischen Freunden und Kollegen zwei Meinungen entgegenschlugen: Die einen waren doch etwas verwundert, warum wir als Deutsche (zumindest für die Mehrheit der Interns trifft das ja zu) eine Party mit den Symbolen der Vereinigten Staaten schmeißen. Die anderen fandens super cool, dass wir ihr Land so würdigen.

Natürlich war auch dieses Mal wieder verkleiden, bzw. spezielles herrichten angesagt und glücklicherweise fehlt es hier nicht wiklich an allen möglichen Hüten, Flaggen, Sternen und anderen Accessoires - kleiner Einschub, ich glaube ich hab dieses Wort noch nie geschrieben und muss feststellen, dass es total dämlich zu schreiben ist!
Wie auch immer. Ich dachte mir, dass ich dieses Mal ein etwas ausgefallener Outfit zusammenstellen werde. Sonst bin ich ja immer eher die kostengünstigere Schiene gefahren, mit nur mal ner Perrücke oder so. Für das Land, das ich so sehr mag, musste da schon mehr her! :) Also hab ich im Internet mal etwas rumgesucht und bin schließlich bei einem preislich noch sehr gutem Angebot von buycostumes.com hängen geblieben: Ein komplettes Uncle Sam Kostüm für gerade mal $27. Um das ganze perfekt zu machen musste dann natürlich noch die entsprechende Perücke, der typische Bart (beides für weitere $17), sowie ein paar weiße Handschuhe her.

Für gut $50 war ich so wirklich mehr als gerüstet für den Mottoabend ... und es hat sich gelohnt. Das Outfit sah wirklich super cool aus und ich war ein gern gesehener Gast auf jedem Foto! :P Zudem kann ich dieses Outfitt prima zum nächsten Fasching in Deutschland oder anderen Gelegenheiten verwenden.

Die Feierlichkeiten an sich wurden durch ein BBQ eingeläutet, zubereitet vom Landlord des Ortes, an dem auch zwei der sechs Interns gewohnt haben. Dazu gabs super leckere Salate (@Christina, ich brauch unbedingt noch das Rezept des Nacho-Salates! Könntest es ja im Kommentar posten, dann hat jeder was davon :D [Nachtrag: hier das Rezept]), BBQ-Soße, Brot und Getränke - das übliche eben.
Allerdings hab ich wieder einmal festgestellt, dass ich entweder mit den Steaks aus dem Supermarkt nicht wirklich viel Glück habe, einfach keinen Plan hab was ich nehmen sollte oder ich noch mehr ausgeben muss. Denn leider ist das Fleisch meist sehr durchwachsen oder mit Sehnen durchzogen und leicht zäh. Für die restlichen BBQs werde ich mich wohl eher auf Hühnchenfleisch und Bratwürste verlagern. Die schmecken auf jeden Fall gut und dank der BBQ-Soße hab ich trotzdem meinen geliebten Geschmack.

Der restliche Abend verlief dann wie gewohnt: Tanzen, Unterhalten (es kamen auch wieder ein paar neue Interns), trinken, usw. ... kurz, einfach Spaß haben. Natürlich gabs auch für alle Leavers einen Stapel Slides und eine signierte Flagge als Andenken obendrauf.

In gewohnter Manier machte ich es mir dann - nachdem alle gegangen waren - auf dem Sofa gemütlich. Schließlich wollte ich ja nicht mit dem Gesetz in Konflikt kommen und so ne Couch ist auch ohnehin gemütlicher als jede Ausnüchterungszelle! ;)

Mittwoch, 26. August 2009

Feiert mit mir - den 100. Beitrag und grandiose 5 Monate!

Da schreibe ich gestern lustig ein paar Blogeinträge vor mich hin und veröffentlich sie heute morgen, als mir auffällt, dass ich soeben die magische Zahl von 100 Beiträgen geknackt habe!!!
Diesen Anlass möchte ich hernehmen, um die bisherigen Highlights nochmal herauszugreifen. Evtl. fühlt sich der ein oder andere ja dadurch angeregt nochmal durch den Blog zu stöbern.

Begonnen hat alles mit Artikel Numero Uno am 10. Februar 2009 - der passende Name: Wie alles begann. So beschreibt er was ich bei Siemens überhaupt mache und warum es mich erneut nach Amerika verschlagen hat, ein guter Einstieg für alle Neuleser!

In den folgenden Wochen standen dann in erster Linie die Vorbereitungen für die Delegation an, die am 1. April starten würde. So musste ich mir eine Wohnung und Möbel organisieren und die ganzen Visa-Strapatzen mit etlichen Formularen auf mich nehmen, bevor es dann Abschied nehmen hieß von Becci, meiner Familie und allen anderen Freunden.

Gut angekommen ging es schon am ersten Wochenende mit 30 andern Interns in ein Haus am Strand, was eine super Gelegenheit bot alle kennenzulernen.
Und es sollte nicht die letzte Partygelegenheit gewesen sein, denn es standen diverse Events - auch bekannt als "ruhige Freitag Abende" an. ;) Im Stil der 80s, der 90s, als Cocktail-DressUp-Party oder mit dem Motto Heat-of-the-Night feierten wir gemeinsam verschiedene Farewells oder Geburtstage.

Zum sportlichen Ausgleich gabs dann zum Einen die aktiveren Dinge wie Volleyball oder das etwas passivere aber nicht weniger spannende Zuschauen bei Football, Basketball oder Baseball.
Auch die Erholung kam bei diversen Kinobesuchen, wie X-Men Origins: Wolverine oder Transformers, beim Pokerspielen im Kildares oder privat mit Freunden, sowie beim Relaxxen am eigenen Community-Pool nicht zu kurz.

Natürlich habe ich auch erneut die Möglichkeit ergriffen das Land, seine Städte und Menschen weiter zu entdecken und kennenzulernen. Dafür legte ich dann auch schonmal 12 Stunden fahrt mit drei Freunden nach Chicago zurück, kuckte spontan übers Wochenende auf Cape Cod und in Boston vorbei oder fuhr nur mal so nach New York, weils halt um die Ecke liegt. Wenn sichs ergibt sogar in ner Hummer2 Limo!

Eines vermisse ich trotz der überwältigenden Vielfalt an Neuem, Alten, Lustigen, Freundschaftlichen, Spannenden, usw. allerdings sehr: Becci. So waren die zwei Wochen in denen mich Becci hier besucht hat auch noch einen Tick schöner als der Rest. Und weil eine so lange Trennung echt doof ist, hab ich sie dann auch nochmal in Deutschland überrascht. Jetzt dauert es nur noch gerade mal zwei Monate, dann ist sie wieder hier und wir werden gemeinsam die letzten Wochen hier verbringen.

Wenn ich mir das so anschaue, dann ist es wirklich erstaunlich was ich in gerade Mal fünf Monaten alles erlebt habe. Dabei habe ich noch gar nicht alles erwähnt und z.B. Six-Flags, Laser-Tag, White-Water-Rafting, mein Treffen mit den Playboyhäschen, meinen 55inch Fernseher, unsere Koch-aben-de und vieles, vieles mehr ausgelassen.

Ziemlich genau drei Monate werde ich nun noch hier in Malvern sein und ich werde jede Sekunde genießen! Nicht oft im Leben werde ich diese Chance noch haben mit vielen tollen Leuten in einem super Land mit interessanten Orten und Menschen so zwanglos leben zu können.
Ja, ich bin mir dieses Glücks durchaus bewusst und kann jedem nur empfehlen diese Chance ebenfalls zu ergreifen - es liegt einzig und allein an euch!

Bereitmachen zum Ändern

Ein Kreuz für Piraten


Meine Briefwahlunterlagen habe ich schon vor ein paar Wochen angefordert und in den nächsten Tagen sollten sie dann auch eintreffen, denn in gut einem Monat ist es soweit: Die Bundestagswahl 2009 steht an und es stellt sich die Frage, was in unserer tollen Parteienlandschaft so alles geboten wird. Meine ganz persönliche Meinung: Für mich nicht gerade viel!

Es gibt keine Partei mit der ich mich wirklich identifizieren kann ... zumindest war das bis vor kurzem so. Wer mich kennt, der weiß, dass mich eine Sache an unserer Politik extrem aufregt und zwar ist das die Ignoranz, teilweise sogar Dummheit, mancher Politiker im Bezug auf Themen, die stark mit IT zu tun haben.
Ich finde es wirklich erschreckend wie hier unter anderem die meist unaufgeklärte Masse der Bevölkerung mit "Informationen" versorgt wird, die schlichtweg falsch sind, mindestens aber nur einen Teil der Wahrheit darstellen.

Ähnlich wie vor ein paar Jahrzehnten die Grünen tritt nun eine neue Partei auf den Plan mit dem zugegebenermaßen reiserischen Namen: Die Piratenpartei. Klar wird diese Partei keine großen Mehrheiten eringen können, aber hoffentlich ein verändertes Bewusstsein für Themen wie Datenschutz, Informationsfreiheit oder Überarbeitung der Urheberrechte schaffen.



Versteht mich nicht falsch, ich bin keineswegs dafür Lizenzgebühren abzuschaffen oder jedem alles zur Verfügung zu stellen, genauso wenig wie das die Piratenpartei ist. Wer das glaubt hat etwas falsch verstanden. Aber wenn ich so Sätze von Politikern höre wie "Das Internet darf kein rechtsfreier Raum mehr sein!" oder "Es gibt Menschen, die Kinderpornografie auf Grund von Informationsfreiheit erlauben wollen", dann krieg ich echt das kotzen.

Wie auch immer: Piraten freuen sich in diesem Jahr ganz besonders über viele Kreuze auf Papierfetzen, die in geheimnisvollen und verschlossenen Kisten aufbewahrt werden ... :)


Foto: Wikipedia

Dienstag, 25. August 2009

Deutsche vermöbeln

Genauer gesagt "Nazis" - darum geht es zumindest oberflächlich im neuesten Streifen von Quentin Tarantino: Inglourious Basterds. Eigentlich wollte ich ursprünglich gar nicht in diesen Film gehen, da mir der Stil Tarantinons überlicherweise nicht so zusagt. Nachdem ich aber ein paar Kritiken gelesen habe, die sich zumindest in einem einig waren - nämlich dass es ein eher untypischer Streifen dieses Regiseurs ist - beschloss ich mir meine eigene Meinung zu bilden.

Der Film besteht an sich aus mehrern Rahmenhandlungen, die im letzten Akt zusammenkommen und so das Finale bilden. Da ist zum einen ein Haufen "unrühmlicher Mistkerle" deren einziges Ziel es ist so viele Nazis wie möglich umzubringen. Ein weiterer Handlungsstrang beschreibt die Geschichte eines Mädchens deren restliche Familie von der SS umgebracht wurde, nun in Frankreich ein Kino besitzt und in die sich ein deutscher Kriegsheld verschossen hat.

Zwischen diesen beiden und anderen Geschichten wird hin und her gesprungen. Teilweise etwas langatmig, wenn es mal zu Action kommt dann sehr brutal. Wirklich glänzend sind meiner Meinung nach die schauspielerischen Fähigkeiten, besonders Brad Pitt spielt super.

Besonders lustig war es den Film im amerikanischen Kino zu sehen, da so die Sprachunterschiede extrem deutlich heraustraten. In Deutschland wird wohl viel davon untergehen.

Ansonsten hält sich der Film überhaupt nicht an historische Ereignisse, worüber man sich nun wieder streiten und fragen könnte, ob es in Ordnung ist die Geschehnisse der damaligen Zeit für "Unterhaltungskino" herzunehmen ohne wirklich moralische Ansprüche zu haben? Natürlich werden die Deutschen nicht als die Guten dargestellt, sondern im Gegenteil als die, die alles erdenklich Schlechte verdient haben.

Naja, prädikat sehenswert würde ich ihm jetzt nicht geben, zumindest nicht wenn man gewisse Ansprüche an den Film hat. Unterhalten hat er mich - ja - und ohne tiefer drüber nachzudenken war er auf seine Weise auch ganz gut. Auf die Liste meiner "must have seen" wird er dennoch nicht wandern.


Foto: Wikipedia

Pounder Eating Contest

The bigger, the better!


Es stand schon lange auf meiner Liste und heute wurde der Plan endlich durchgeführt. Gemeinsam mit drei anderen Interns und meinem Kollegen Dan - der ja bekanntlich bei
fast jedem Blödsinn mit dabei ist - gings zu Cheeburger Cheeburger, um ein Ziel zu erreichen: Auf die "Wall of Fame" der Pounder Eater zu kommen.

Ein Pounder enstpricht dabei ziemlich exakt dem Fleisch von 10 Cheesburgern, wobei es mir ehrlich gesagt mehr vorkam. In Zahlen sind das 450g pures Fleisch!!! :) Dazu kann man sich beliebig viele Toppings auswählen, wobei auf meinem Burger Paper Jack Cheese, Tomaten, Zwiebeln, Peperoni und natürlich BBQ-Soße Platz fanden.

Das Kunststück besteht nun darin das Monster auch noch zu essen ohne dass er komplett auseinander fällt. Geschmeckt hats auf jeden Fall sehr, was wieder einmal zeigt, dass die Amis Burger machen einfach drauf haben.

Zum Schluss gabs dann auch noch die Belohnung: Ein Bild für die Wall of Fame, welches wir alle signierten und sich jetzt in der Reihe der anderen Helden reiht. Ganz extreme Leute verschlingen übrigens einen Pounder in gut einer Minute oder kippen dazu noch nen halben Liter Milch-Shake. Der aktuelle Rekordhalter hat zudem bereits 85 dieser Dinger verdrückt ... und laut Foto ist er nicht mal übergewichtig.

Ach ja, war schon ne echt lustige Sache. Jetzt heißts aber erstmal zurückhalten in den nächsten Tagen. Wobei - so ein Eis wäre jetzt schon noch echt lecker ...

Sonntag, 23. August 2009

Eine ganz normale Woche

Beginnen möchte ich diesen Artikel mit dem Punkt der jeden Tag (zumindest Montag bis Freitag) ansteht und der mich in der Regel ab ca. 7 Uhr bis 16/17 Uhr am Tag, also für 9-10 Stunden beschäftigt: meine Arbeit. Ich glaube das muss ich schon immer mal wieder sagen, denn da ich hier überwiegend von meinen Freizeitaktivitäten berichte, mag es sich für manche so anhören, als wäre mein Leben hier eine einzige Party. Dem ist definitiv nicht so! Auch wenn mir meine Arbeit sehr viel Spaß macht - mal mehr, mal weniger - ist es eben immer noch Arbeit. Danach allerdings, habe ich kein schlechtes Gewissen noch was zu unternehmen, an statt daheim rumzusitzen...

Montag - 17.08.
Zur Zeit ist einfach herrliches Wetter, langsam bekommen zwar die schwülen Gefielde Oberhand, aber die Sonne scheint und wer da schlechte Laune hat ist selber Schuld. Am Besten genießen kann man das natürlich draußen und das tun wir momentan am Häufigsten beim Volleyball spielen.
Ab gings also zu einer Parkanlage auf der Neben Fußballfeld (ja!!!), Baseballfeld und Spielplatz auch zwei Volleyballfelder zu finden sind. So haben wir bis die Sonne untergegangen war und wir wirklich nichts mehr sehen konnten, Bälle hin und her geschmettert und uns richtig ausgepowert.

Dienstag - 18.08.
Nach so viel sportlicher Betätigung stand heute Relaxxen auf dem Programm. Hierfür bieten sich z.B. die angenehm klimatisierten und irgendwie immer total leeren Kinosäle des United Artists Kinos um die Ecke an. Und mit District 9 haben wir auch noch einen super Film erwischt! Den Bericht gibts übrigens hier.

Mittwoch - 19.08.
Endlich habe ich mich mal wieder dazu durchgerungen ins Kildares zum Poker-Mittwoch zu gehen. Einmal war ich ja schon da und nachdem ich inzwischen auch bei Facebook und nach wie vor Donnerstags mit anderen Interns zocke, wollte ich meine Skills mal wieder in der Öffentlichkeit testen.
Leider stand der Tag generell nicht unter einem guten Stern und meine Pechsträne hat sich auch auf den Abend ausgedehnt. Es wollte einfach nicht so richtig klappen und so wurde ich dieses Mal 'nur' 12ter (von 24). Lustig wars trotzdem und im Gegensatz zu den anderen, bin ich immerhin noch vor Mitternacht ins Bett gekommen.

Donnerstag - 20.08.
Wie habe ich mich darauf gefreut, den heute stand neben Volleyball und Kino gehen eine meiner anderen Lieblingsbeschäftigungen an: Kochen und natürlich Essen! :) Mehr über die mexikanischen Köstlichkeiten findet ihr hier.

Freitag - 21.08.
Endlich war er gekommen, der tollste Tag der Woche! Das musste natürlich gebührend gefeiert werden und so machten wir uns am Abend auf den Weg nach WestChester. Starten wollten wir im Kildares - war ich da nicht erst?!? - danach sollte es dann noch in eine andere Bar gehn. Tja, irgendwie wurde daraus nix. Aber warum in die Ferne schweifen, wenn alle Freunde und der Spaß ganz nah ist?
Also blieben wir im Kildares und schwupps die wupps wars auch schon wieder 1:45 und die Lichter gingen an. Das sehr deutliche Zeichen für "wir sind hier in Amerika und dürfen nicht länger als 2 Uhr nachts Party machen", schon leicht dämlich. Aber wir hatten uns ja auch schon um 19 Uhr getroffen und die Zeit optimal genutzt.

Samstag - 22.08.
Erstmal war ausschlafen angesagt und mitlerweile kennt mich die Couch in der Willson Ave schon recht gut. Irgendwann hab ich mich dann aber doch nach einer Dusche und nem Frühstück gesehnt und fuhr nach Hause, wo ich erstmal schön relaxxte. Schließlich wusste ich, dass für den Abend ein kleiner Besuch bei einem amerikanischen Internkollegen in Philly angesagt war.
Da ich mich als Fahrer angeboten hatte war es außerdem ein eher kommunikativer denn süffiger Abend, was auf seltsame Art und Weise irgendwie lustiger war also so manch ander Abend. Das einzig nervige war die Heimfahrt der ganzen müden Mitfahrer, die mich alleine schon ne extra Stunde gekostet hat. Was tut man nicht alles für seine Freunde.

Sonntag - 23.08.
Dafür war der Sonntag dann das, was man sich von einem Sonntag eben so erhofft: Sonne, Pool, zwei Freunde, ein paar nette Kartenspiele (in diesem Fall Munchkin und Wizard), ein kleines Abendessen und zum Abschluss etliche Runden Mario Kart auf der Wii.

Zugegebenermaßen sind nicht alle Wochen so voll gepackt. Ab und zu gönne ich mir auch mal nen Abend alleine. Aber wie gesagt, alleine daheim hocken ist irgendwie auch doof, vor allem wenn man ein paar tolle Leute hat, mit denen es immer lustig ist und irre viel Spaß macht was zu unternehmen ... das ging an euch ihr ganzen Interns - dankeschön!!! :D

Donnerstag, 20. August 2009

Von großen Würsten und anregendem Schlangengift

It's COOKING Time!!!


Diese Donnerstage fangen wirklich an mir extrem Spaß zu machen. Kann natürlich daran liegen, dass ich hier schon ewig nichts mehr selbst gekocht habe - von Nudeln mit allen möglichen Tomatensoßen mal abgesehen. Noch dazu weiß ich jetzt wie leckere Guacamole geht, was man für ein mexikanisches Essen so alles braucht und dass selbst zubereitete Gerichte immer noch am Besten sind und super lustig sind - also die Zubereitung derselben, nicht die Gerichte.

Da die Kochgeschichten erst um 19 Uhr losgingen, wollte ich allerdings vorher noch mit ein paar Leuten ne Runde Beachvolleyball zocken, nur dummerweise scheinen auf allen nähergelegenen, öffentlichen Plätzen irgendwelche Tourniere statt zu finden, weswegen wir nach spätestens zehn Minuten immer verschwinden müssen. Sogar auf dem Siemens-Gras-Volleyballfeld durften wir nicht bleiben.
Trotzdem war auf Grund des extrem schwülen Wetters, das sich seit ca. zwei Wochen hier eingestellt hat, erstmal ne Dusche fällig.

Mit schon leicht aufkommenden Hungergefühlen gings
dann gegen 7 Uhr in Richtung Wayne - der heutigen Kochlocation - wo die Vorbereitungen bereits begonnen hatten. Gemeinsam schnippelten wir also Zwiebeln, kochten Kartoffeln, schälten Avocados, zerlegten eine Riesenwurst - und ich meine rießig!!! - und fügten schließlich alle Zutaten unter Anleitung unseres mexikanischen Interns zusammen.

Das Resultat konnte sich wirklich sehen und vor allem schmecken lassen. Nach 3 bis 8 Taccos (wobei die acht auf meine Rechnung gehen) waren wir alle gut gesättigt. Nur für ein kleines Stück Apfel-Tart mit Eis gerade noch genug Platz.
Vorrausschauenderweise haben wir auch so viel des leckeren Zeugs gemacht, dass wir sogar noch beim Lunch am darauffolgenden Tag genug für alle übrig hatten und nochmal ordentlich zulangten.

Wieder einmal war es ein lustiger Abend mit köstlichem Essen und tollen Leuten ... ich freue mich auf nächste Woche!!!